Das indische Gesundheitssystem

Das indische Gesundheitssystem und seine Widersprüche

Wer in Indien eine gute und medizinische Behandlung in staatlichen Einrichtungen sucht, der kann lange suchen. Das indische Gesundheitssystem ist äußerst widersprüchlich. So findet man eine gute gesundheitliche Versorgung nur in privaten Einrichtungen, welche für  den großteil der Bevölkerung unbezahlbar ist und viele in die Schulden treibt.

Es kann aber keinesfalls an der Gesundheitsversorgung Indiens liegen, so ist diese nämlich hervorragend seit der Öffnung des Gesundheitsmarktes für ausländische Investoren. Selbst in ländlichen Bereichen sollte alles Vorhanden sein um dem einzelnen Individuum gesundheitliche Versorgung gewährleisten zu können. Geburtskliniken, Pflegeheime, Diagnosezentren und vieles mehr.

Indien hat eine Einwohnerzahl von rund 1,3 Milliarden. Bei diesen liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei 66 Jahren, welche in den letzten Jahren gestiegen ist.

Für diese 1,3 Milliarden gibt es 61,6 US Dollar staatliche Gesundheitsausgaben pro Kopf. So sind ebenfalls nur rund 62 Ärzte pro 100.000 Einwohner. Zudem stehen diese  insgesamt nur 1150 Krankenhäuser zu Verfügung.

Nun ist es allerding so, dass gute medizinische Versorgung, zumindest der großteil dessen, nur für den privaten und nicht für den öffentlichen Bereich gilt. Es geht schon soweit, dass das indische Gesundheitssystem das meist privatisierte der Welt ist.

Eine Studie aus dem Jahre 2012 ergab, dass der Anteil der Aufwendungen für Gesundheit, im privaten Segment, bei rund 70% lag. Im Gegensatz dazu lag hier die staatliche Aufwendung bei nur 31%.

In Ländern wie Brasilien, Russland und auch zum Teil China herrschen ähnliche Bedingungen. Wobei es bei China und Russland der Teil der öffentlichen Aufwendungen höher als die des privaten Bereich sind.

Auf der Spitze sind hier Länder wie Frankreich, Japan und das Vereinigte Königreich. Das Vereinigte Königreich macht es hierbei vor, mit rund 84% der staatlichen Aufwendungen für Gesundheit und nur 16% war der Anteil der privaten Aufwendungen.

Doch selbst wenn man von den staatlichen Gesundheitsleistungen gebrauch machen darf, muss ein Teil der Kosten der Bürger selber bezahlen. Besonders die Knappheit von Medikamenten vor Ort macht das Ganze nicht leichter.

Der Mangel an Ärzten in Indien

So ist der Mangel an Ärzten in Indien eines der größten Probleme was das Land im Gesundheitswesen aufzeigt. Nicht nur das viele der qualifizierten Ärzte in den Westen gehen, des weiteren sind in den ländlichen Gebieten Indiens die gesundheitliche Ausstattung und Vergütung sehr schlecht, so dass das den meisten Ärzten kein Anreiz bietet.

Medizintourismus in Indien

Indien ist eines der bekanntesten Länder um sich medizinisch, günstig behandeln zu lassen. So entsprechen so gut wie alle der Privatkliniken, die sich die wenigsten der Einwohner leisten können, den internationalen Standards.

Allerdings sind die Preise der mit wahrscheinlich größte Ansporn sich in einem Land wie Indien unter das Messer zu legen zu lassen. Diese sind nämlich bis zu ⅛ dessen günstiger als die die in Industrieländer wie z.B. den Vereinigten Staaten angeboten werden. So kostet eine Bypass-Operation in Indien rund 5.000 Euro und in Amerika sind wir bei 65.000 Euro.